Auftaktveranstaltung „make it work!“ in Rheinland-Pfalz

Gemeinsam für Arbeitsplätze ohne sexuelle Diskriminierung, Belästigung und Gewalt!

Logo des Frauennotrufs Koblenz

 

Im Juni startete mit großem Presse-Echo "make it work!“ in Rheinland-Pfalz – und das LAUT♀STARK!". Rheinland-Pfalz ist seit Mai 2019 „make it work!“-Fokusregion, die Landesarbeitsgemeinschaft der Frauennotrufe leitet die Arbeit gegen sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz vor Ort. 

 

#MeToo ist in der Politik angekommen: Auf der Gleichstellungs- und Frauenministerinnenkonferenz in Rheinland-Pfalz im Juni 2019 war Belästigung am Arbeitsplatz bereits ein zentrales Thema: Schon die ersten 78 Tage von make it work haben gezeigt: Konkrete Maßnah-men zur Prävention und zur Unterstützung von Betroffenen in Einrichtungen, Verwaltungen und Organisationen werden dringend gebraucht – auch innerhalb des Politikbetriebs. Das zeigt die Vielzahl der Berichte über Vorfälle in Parlamenten und Ministerien.

Dabei bleibt eine große Frage weiterhin bestehen: Wie können landespolitische Maßnahmen langfristig und branchenübergreifend zur Förderung einer diskriminierungssensiblen Arbeitskultur beitragen?

Die „make it work!“-Fokusregion Rheinland-Pfalz hat sich beim Auftaktreffen der Landesarbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Frauennotrufe am 21.08.2019 genau dieser Frage angenommen und erste Strategien für eine landespolitische Bündnisarbeit gegen Be-lästigung und Gewalt am Arbeitsplatz entwickelt.

Die Frauennotrufe als Anlaufstellen für Betroffene und Ansprechpartnerinnen für Personalverantwortliche sind sich einig: Die wirkungsvollste Prävention sexualisierter Diskriminierung und Belästigung am Arbeits- und Ausbildungsplatz sind betriebliche und institutionelle Maßnahmen, die verdeutlichen, dass die Thematik ernst genommen wird und dass sexualisierte Übergriffe und sexistische Angriffe nicht toleriert werden. Ein respektvolles, diskrimi-nierungsfreies Klima herzustellen kann nur gelingen, wenn dies von oben angegangen wird und alle sich daran beteiligen. Diese Normen müssen im Sinne einer Top-Down-Strategie umgesetzt werden und so die Kultur der Gesellschaft, der Unternehmen und Institutionen und der Verbände prägen.
In Rheinland-Pfalz sollen mehrere Schritte umgesetzt werden, um dies zu erreichen. Zuerst soll Fachwissen in Form von Schulungen und Info-veranstaltungen mit potentiellen Multipli-kator*innen landesweit verbreitet werden. Die Netzwerkarbeit mit Schlüsselpersonen der landesweit tätigen Gleichstellungsbeauftragten sowie mit Gewerkschaftsvertreter*innen und engagierten Führungskräften großer rheinland-pfälzischer Organisationen hat bereits erfolgreich begonnen.
Jetzt sollen politisch Verantwortliche für die Zusammenarbeit gewonnen werden, der Landesfrauenbeirat ist bereits aktiv bei der Entwicklung politischer Bündnisse vor Ort.
Ziel der Fokusregionenarbeit ist es bis August 2020 nicht nur Personalverantwortliche und Führungskräfte für sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz zu sensibilisieren. Es sollen vielmehr konkrete Handlungsmöglichkeiten implementiert werden – dafür braucht es starke, branchen- und parteiübergreifende Bündnisse.

Infos: bff Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe