Jahresbericht 2016

25 Jahre Frauennotruf Koblenz

Logo des Frauennotrufs Koblenz

Seit 1991 setzen wir uns dafür ein, dass Frauen und Mädchen fundierte Unterstützung finden, wenn sie sexualisierte Gewalt erfahren haben oder sich davon bedroht fühlen und sind ausdauernde Kämpferinnen für die Rechte von Mädchen und Frauen.
Seit 25 Jahren benennen wir was Fakt ist und gleichzeitig noch immer ein gesellschaftliches und persönliches Tabu: Dass weiterhin 40 von 100 Frauen in Deutschland seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche und/ oder sexualisierte Gewalt erleben. Und dass 90 von 100 Frauen Sexualstraftaten nicht anzeigen.

In den letzten 25 Jahren haben wir im Verbund mit über 120 Frauennotrufen in Deutschland viel erreicht, - u.a. dass die Frauennotrufarbeit, wenn auch nicht kostendeckend, mit öffentlichen Geldern finanziert wird, landes- und bundesweit verankert wurde und dass sich ein tragfähiges Netz von professionellen Hilfen bildete. In diese 25 Jahre fällt u.a. die Einführung des Gewaltschutzgesetzes, zwei Reformen des Sexualstrafrechts, ein neues Stalking-Gesetz und  Fortschritte im Opferschutz. All das bedeutet eine Verbesserung der Rechte betroffener Frauen und Mädchen.

Es ist gut, dass es diese Entwicklung gab, und schön, dass wir dazu beigetragen haben. Wir werden weiter für Verbesserungen eintreten und wünschen uns eine Weiterentwicklung und gute Zukunft auch für unseren Notruf in Koblenz.

Wir werden uns deshalb weiterhin dafür einsetzen, dass unsere Arbeit finanziell verlässlich abgesichert wird. Das ist sie auch nach 25 Jahren überhaupt nicht. Immer noch sind wir auf Spenden angewiesen, um den Mädchen und Frauen im nördlichen Rheinland-Pfalz ein kontinuierliches Angebot machen zu können und unsere grundlegendsten Aufgaben erfüllen zu können. Ohne Spenden könnten wir z.B. keine Online-Beratung anbieten. Das ist kaum zu glauben, wenn ernst genommen wird, was zahlreiche wissenschaftliche Studien der letzten 25 Jahre belegen, dass nämlich in unserer Gesellschaft noch immer so viele Frauen und Mädchen von sexualisierter Gewalt betroffen sind.

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Unser Geburtstagswunsch ist deshalb eigentlich gar kein Wunsch, sondern die Betonung eines Anspruches für Mädchen und Frauen und deshalb auch für uns Frauennotrufe:
Wir fordern die Verbesserung der Situation von Frauen und Mädchen in der Gesellschaft. Wir fordern den Abbau von Benachteiligung und Diskriminierung von Frauen und Mädchen, deren extremster Ausdruck sexualisierte Gewalt ist.