Nach einer Vergewaltigung

Eine Vergewaltigung ist ein gewaltsamer Angriff und eine schwere körperliche und seelische Demütigung. Die Reaktionen nach einer Vergewaltigung sind ganz unterschiedlich.

Am Anfang stehst Du sicher zunächst unter Schock und wie neben Dir, bist verwirrt oder fühlst Dich total hilflos.

Es kann sein, dass Du Dich am liebsten verkriechen würdest und mit niemandem sprechen möchtest. Vielleicht auch aus Angst, dass Dir nicht geglaubt wird oder weil Du befürchtest, dass Dir deine Eltern aus Sorge gar nichts mehr erlauben oder Dir Vorwürfe machen.

Vielleicht fühlst Du Dich beschmutzt, erniedrigt und verzweifelt. Vielleicht empfindest Du Angst, Leere, Scham, Ekel und Misstrauen, aber auch Wut und Hass – vielleicht auch gegen Dich selbst.

Manchmal spüren Mädchen, dass etwas geschehen ist, das sie nicht wollten, an das sie sich aber nicht erinnern können. Es kann sein, dass dabei K.O.-Tropfen eine Rolle gespielt haben.

Viele Mädchen denken, sie hätten sich falsch verhalten und seien deshalb selbst schuld oder sie schämen sich für das, was geschehen ist. Du brauchst jetzt Menschen, die auf Deiner Seite sind und Dir bestätigen, dass niemand das Recht hat, Dir so etwas Schlimmes anzutun – egal was vorher war.

Vielleicht hast Du die Erfahrung gemacht, dass Dir nicht geglaubt wird, dass das Geschehene verharmlost wird oder Dir die Schuld zugesprochen wird. Entscheide bewusst, mit wem Du über das Erlebte sprichst. Bei wem fühlst Du Dich aufgehoben, zu wem hast Du Vertrauen? Welche Freundin oder welcher Freund tut Dir gut? Wenn es in deiner Familie niemanden gibt, kennst Du vielleicht eine Lehrerin oder Nachbarin oder die Eltern einer Freundin? Du kannst dich gerne auch an den Notruf wenden, auch anonym.