PRESSEMITTEILUNG ZUM INTERNATIONALEN FRAUENTAG 2018

#MeToo – Zeit, Verantwortung zu übernehmen - Für ein strukturiertes Vorgehen gegen Sexuelle Gewalt am Arbeitsplatz

Logo des Frauennotrufs Koblenz

Gemeinsam mit dem Bundesverband der Frauennotrufe und Frauenberatungsstellen (bff) macht die Landesarbeitsgemeinschaft LAG der Frauennotrufe in Rheinland Pfalz deutlich: „Öffentlichkeit ist wichtig, wenn es darum geht sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu thematisieren.

Immer noch werden die Gewalt und ihre Folgen verschwiegen oder bagatellisiert, werden Täter gedeckt. #MeToo schafft noch immer Aufmerksamkeit für die sexuellen Übergriffe, die viele Frauen erfahren.
"Wir als Fachverband freuen uns über diese mediale Präsenz des Themas. Das Ausmaß der Gewalt und die Machtdynamiken dahinter sind nicht neu. Aber die öffentliche Debatte darüber ist es,“ so Katja Grieger, Leiterin des bff.

Laut Studien erleben 60% aller Frauen in Deutschland sexuelle Belästigung, viele davon am Arbeitsplatz. Anette Diehl weiß aus der langjährigen Praxis: „Führungskräfte haben eine Schlüsselrolle beim Thema sexuelle Diskriminierung und Belästigung am Arbeitsplatz. Es braucht eine klare Haltung der Unternehmensleitung hierzu. Insbesondere Vorgesetzte müssen Verantwortung übernehmen.“ Gleichzeitig braucht es eine gute Vorgehensweise, wie bei Vorfällen sexueller Belästigung gehandelt wird und ganz wichtig, so Diehl: „Die muss für alle transparent sein!“ Das Allegmeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) schreibt zusätzlich präventive Maßnahmen und Beschwerdestellen mit geschulten Ansprechpersonen vor. Betroffene müssen wissen, wo sie professionelle Unterstützung finden.

Zurzeit gibt es viele Anfragen zu Fortbildungen im Bereich „Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“ an die zwölf Fachstellen zum Thema Sexualisierte Gewalt in Rheinland Pfalz. „Das freut uns, weil es zeigt, dass Verwaltungen, Betriebe, Geschäftsführungen endlich Verantwortung übernehmen wollen,“ so die Mitarbeiterinnen der Frauennotrufe.

Das Thema gehört auch auf die politische Agenda. Damit klargestellt wird, dass der Schutz vor sexueller Gewalt am Arbeitsplatz keine freiwillige Leistung, sondern Pflicht der Arbeitgeber*innen ist, und damit die notwendigen Ressourcen bereitgestellt werden. Das AGG muss endlich umgesetzt werden.

"Politische Haltung ist auch gefragt, damit das Thema sexuelle Gewalt nicht von rechts vereinnahmt und für eine rassistische Agenda genutzt wird,“ betonen die Fachfrauen.
Katja Grieger vom bff: „Wir wünschen uns, dass es ein Ergebnis der #MeToo-Debatte ist, dass möglichst Viele Verantwortung übernehmen und sich strukturiert auf den Weg machen, gegen Gewalt am Arbeitsplatz vorzugehen. Das Thema auf diese Weise anzugehen ist zwar nicht so schillernd wie die öffentliche Debatte es in Teilen ist. Aber es ist hilfreich.“